Diversifizierung der Exporte: Bangladeschs Strategie, wettbewerbsfähig in der Kleidungsbeschaffung zu bleiben angesichts nachlassender Nachfrage

23. Nov. 2023

A Bangladeshi garment factory worker smiling at the camera

Die Exporte von Bangladesch haben in diesem Jahr zu kämpfen, einschließlich seines Vorzeigesektors Textilien und Bekleidung, der in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 einen -10 % YoY-Rückgang bei der Nachfrage nach Inspektionen und Audits erlebte. Insbesondere Käufer mit Sitz in den USA scheinen die Beschaffung von Textilien und Kleidung aus Bangladesch zurückzufahren.

Um seine Exporte vor zukünftigen Schocks zu schützen, muss Bangladesch sein Angebot an Lieferanten diversifizieren – sonst droht in Zukunft ein weiterer Rückgang der Beschaffungsnachfrage. Scharfsinnige westliche Käufer werden Bangladeschs Weg bei der Bewältigung dieser Herausforderungen genau beobachten.

Nachfrage nach Bekleidungsbeschaffung in Bangladesch sinkt

Westliche Käufer in der EU und den USA wenden sich zunehmend von der Beschaffung von Textilien in Südasien ab. Die Nachfrage nach Inspektionen und Audits in zwei der textilstarken Staaten Südasien, Bangladesch und Indien, ging von Januar bis September 2023 im Jahresvergleich zurück, (obwohl die westliche Textilbeschaffung in diesen Ländern immer noch über dem Pandemieniveau von 2021 lag).

In Bangladesch verzeichnete der Textil- und Bekleidungssektor im ersten Quartal 2023 einen Rückgang um -10 % im Jahresvergleich bei der Nachfrage westlicher Käufer nach Inspektionen und Audits. Dieser Trend ist bei amerikanischen Käufern am stärksten ausgeprägt, während EU-Unternehmen weiterhin auf bangladeschische Lieferanten setzen.

Die Lösung für die gesunkene Beschaffungsnachfrage: Bangladesch muss Exporte diversifizieren und Qualität demonstrieren

Kürzlich veröffentlichte Untersuchungen stellen fest, dass Bangladesch sein Lieferantenangebot diversifizieren sollte, um wettbewerbsfähig als Exporteur zu bleiben.

Die Bekleidungsindustrie des Landes, die derzeit stark auf Baumwolle ausgerichtet ist, könnte vom Vorstoß in synthetische Textilien profitieren. Während Bangladesch einen Anteil von 34,7 % an den Baumwollimporten der EU hält, beträgt sein Anteil an nicht aus Baumwolle gefertigten Kleidungsstücken nur 12 %. Durch die Erweiterung über seinen traditionellen Baumwollfokus hinaus und die Annahme von synthetischen Textilien kann Bangladesch seine Attraktivität für globale Märkte steigern.

Abbildung 1. Anteil der Exporte Bangladeschs an den Baumwollimporten der EU im Vergleich zu den nicht aus Baumwolle gefertigten Importen

Bangladesh cotton vs noncotton portfolio share

Außerhalb des Sektors für konfektionierte Kleidung (RMG) gibt es viel Exportpotenzial in anderen Konsumgütern – wie Schuhe, Leder und Heimtextilien, unter anderem – aber Bangladesch muss die Fähigkeit dieser Sektoren stärken, global wettbewerbsfähig zu sein. Auch elektrische und elektronische Güter bieten wertvolle Exportchancen. Allerdings dominiert derzeit China als etablierter Beschaffungsmarkt diesen Sektor, und westliche Unternehmen könnten zögern, die Beschaffung nach Bangladesch zu verlagern

Um ein Wettbewerber in verschiedenen Industrien zu werden, muss Bangladesch seine Fähigkeit beweisen, qualitativ hochwertige, zuverlässige Produkte herzustellen. Dies kann durch die Stärkung lokaler Institutionen geschehen, die für international anerkannte Zertifizierungen verantwortlich sind, und die Sicherstellung, dass Hersteller Zugang zu den erforderlichen Testeinrichtungen haben. Durch die Demonstration konstanter Qualität und Vielfalt in seinen Exporten kann Bangladesch seine Position im wettbewerbsintensiven internationalen Handel stärken.

Schlüsselzahlen

Die QIMA-Umfrage von mehr als 250 Unternehmen zeigt, dass:

  • Der Textil- und Bekleidungssektor Bangladeschs kämpft: In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 verzeichnete der Textil- und Bekleidungssektor Bangladeschs einen Rückgang um -10 % im Jahresvergleich bei der Nachfrage nach Inspektionen und Audits, was auf ein herausforderndes Jahr für die Branche hindeutet.

  • Diversifizierung als Lösung: Bangladesch hält einen Anteil von 34,7 % an den Baumwollimporten der EU, doch für Kleidungsstücke, die nicht aus Baumwolle gefertigt sind, beträgt sein Anteil nur 12 %. Um seine Exporte zu sichern und wettbewerbsfähig als Beschaffungsstandort zu bleiben, muss Bangladesch sein Lieferantenangebot diversifizieren.

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